Ich hatte euch am vergangenen Wochenende aufgrund der neuen Marktkonstellation einen größeren Ausblick über die Märkte verschafft. Dabei bin auch auf viele übergeordnete Chartbilder eingegangen, die sich allesamt sehr gefährlich eingetrübt haben. Ich habe Vergleiche zur bullischen Gegenbewegung vom Oktober 2014 und den Crashjahren gezogen und den Bullen ein schlechtes Fazit ausgesprochen. Diese Zeilen haben aufgrund der übergeordneten Zeitebene natürlich weiterhin Bestand und können gerne – falls noch nicht geschehen – weiterhin gelesen werden. Einige neue Erkenntnisse gibt es aufgrund der letzten Woche trotzdem und diese möchte ich euch heute kurz zusammenfassen!

Ich hatte den Bullen wenig Platz für einen potentiellen Boden gegeben. Die von einigen erhoffte V-Erholung musste sehr schnell zu den Akten gelegt werden, aber auch ein möglicher Doppelboden konnte nie mit Kraft ausgebaut werden. Nur die kurzen Impulse der FED am Mittwoch und der EZB am Donnerstag konnte für eine kleine Gegenbewegung sorgen, welche anschließend jedoch sehr schnell abverkauft wurden. Dabei hatte die chinesische Börse in der 2. Wochenhälfte geschlossen und konnte somit keine weiteren negativen Signale senden. Dies dürfte sich in der neuen Woche ändern, denn wie in der vergangenen Woche bereits aufgezeigt, hat der Shanghai Composite Index weiterhin ordentlich Luft nach unten:

china

Die US-Märkte haben sich leider weiter eingetrübt. Wie in der vergangenen Woche erwartet sind die Märkte mustergültig abgedreht und konnten kein Kaufsignal generieren. Im Tageschart ist der Trendbruch der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie klar zu erkennen. Ebenso auffällig, dass bullische Gegenbewegungen stets mit wenig Volumen begleitet werden. Bullische Bodenformationen, wie eine V-Erholung oder ein Doppelboden konnten nicht bestätigt werden, stattdessen hängen die Märkte nun vor einer Auflösung von Konsolidierungsformationen auf dem Weg nach unten, welche oft auf “halber Strecke” in der übergeordneten Bewegung vollzogen werden. Im Tageschart kann man beim RSI gut erkennen, dass er an der wichtigen 50 zweimal abgeprallt ist und nun nach unten abdrehen könnte. Auch der MACD hätte nun einiges an Kraft für eine weitere Abwärtswelle aufgebaut. Übergeordnet im Monatschart kreuzt der besagte RSI die 50 von oben. Ein sehr ernstes Verkaufssignal, welches in dieser Stärke zum letzten Mal 2008 im Crashjahr aufgetreten ist. Die Charts der US-Märkte haben sich in dieser Woche weiter eingetrübt. Die in der vergangenen Woche aufgestellten Thesen werden somit weiter untermauert. Eine brandgefährliche Situation.

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Und schaut es beim DAX aus? Leider nicht besser! Die Märkte laufen in ihrer Kehrtwende mustergültig im Gleichschritt, was ebenso klar als Warnsignal angesehen werden sollte.

Im 60-Minutenchart und im Tageschart erkennen wir auch hier, dass die Bullen bisher keine Bodenformation ausbilden konnten und stattdessen nun eine Konsolidierung – analog zum US-Markt – nach unten auflösen könnten. RSI und MACD könnten auch hier nun gefährlich und mit Schwung nach unten abdrehen. Die bullische Gegenbewegung durch die Notenbanken waren erneut von wenig Volumen begleitet und wurden direkt wieder abverkauft. In den zwei Monatscharts erkennen wir auch die Brisanz in diesem Abverkauf. Der DAX drehte dort scharf am mittleren Bollingerband und der großen 8-jährigen Trendlinie ab. Ebenso kreuzt auch hier der RSI die 50 scharf. Böse Warnsignale am laufenden Band! Das untere Bollingerband verläuft im übrigen um die 8.600 – ein realistisches Ziel für eine 2. Abwärtswelle.

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Die Lage an den Märkten hat sich seit der letzten Woche weiter eingetrübt und deutet klar auf ein Ende einer Seitwärtskonsolidierung hin, die wohl möglich nur einen Zwischenschritt auf halber Strecken nach unten dargestellt. Und das alles ohne Impulse aus China, was sich in der neuen Woche jedoch wieder ändern wird! Die aktuelle Situation ist äußerst angespannt – die Märkte stehen direkt an der Klippe – und  ein kleiner negativer Impuls könnte jetzt den nächsten Rutsch auslösen. Die Bullen können momentan nur hoffen und vielleicht auf Zeit spielen, falls die chinesische Regierung die Märkte noch etwas stützen kann und so die aktuellen scharfen Signale zumindest etwas abschwächt. Falls dies nicht gelingt, könnte der Start morgen in die Handelswoche schon bitterböse beginnen. Ein wichtiger Halt nach unten wäre natürlich das letzte Zwischentief. Sämtliche Chartbilder und Indikatoren deuten jedoch eine weitere scharfe Abwärtswelle an. Bitte anschnallen! Die Bullen sollten in ihren abendlichen Gebeten die chinesische Regierung ganz fest mit einschließen…

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Handelswoche und freue mich über euer Feedback und Sichtweise in der Trading-Gruppe!

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Letztes Update am: [last-modified]

  • 08:30 Uhr
  • Erste Daten aus der deutschen Wirtschaft schwächer. China schließt leicht im Minus und die US-Börse hat heute geschlossen. Gut möglich, dass  der heutige Handelstag eher unspektakulär wird.
  • Unterhalb der 10.400 bleibt im DAX eine direkte nächste Abwärtswelle wahrscheinlich. Momentan bewegen sich die Märkten augenscheinlich in Konsolidierungsformationen, die in der Regel nach unten aufgelöst werden.
  • 10:20 Uhr
  • Anbei mal der 60-Minutenchart. In der ersten Handelsstunde ging es zurück zu der am Freitag gebrochenen Trendlinie.
  • Darüber wird weiteres Potential freigesetzt. Darunter droht eine Intraday SKS-Formation.

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  • 18:50 Uhr
  • Und so ganz ohne US-Börse wurde der Handel in der Tat langweilig. Morgen früh folgen erste wichtige Daten aus Asien, die einen wichtigen Impuls setzen werden.
  • Gut möglich, dass wir heute nur die Ruhe vor dem Sturm erlebt haben.
  • Dienstag, 08:10 Uhr
  • Ich führe das Thema von gestern weiter. Aufgrund der geschlossenen US-Börsen gab es keine nennenswerten Änderungen im Chartbild. Die Indizes konsolidieren weiterhin seitwärts mit jedoch immer enger werdenden Handelsrange. Eine Entscheidung müsste unmittelbar bevorstehen. Auf zum Zwischentief, oder der Ausbau einer komplexeren Formation (Flagge?).
  • Neben den ganzen warnenden Signalen, welche ich euch im Ausblick präsentiert habe, sollte man auch die großen Gleitenden Durchschnitte beachten. Im US-Markt und im DAX haben sich mittlerweile Todeskreuze ausgebildet. Die 50-Tage-Linie kreuzt hierbei die 200-Tage-Linie von oben. Aber auch der GD100 (100-Tage-Linie) wird den GD200 bald kreuzen. Im Dow Jones haben  sich beide wichtigen GDs bereits gekreuzt und sind zudem seit vielen Jahren wieder fallend. Mittel- und langfristige Warnsignale gibt es aktuell an allen Ecken und Kanten….
  • 11:40 Uhr
  • DAX mit einem Vorstoß in eine wichtige Widerstandszone. Bei knapp 10.350 verläuft das mittlere Bollingerband im Tageschart. Etwas darüber bei ca. 10.380 ein horizontaler Widerstand. Übergeordnet wäre bei ca. 10.500 die große 8-jährige Trendlinie, welche in dieser Marktphase einen ordentlichen Deckel darstellen sollte.

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  • 19:00 Uhr
  • Der DAX konnte heute erneut den horizontalen Widerstand um .370/.380 nicht knacken und ist am Ende wieder um gut 100 Punkte zurückgefallen. Mit der heutigen Bewegung konnte auch der Rücksetzer zum mittleren Bollingerband im Tageschart abgearbeitet werden. Allerdings sollte dies nun wirklich das Hoch gewesen sein, ansonsten folgt eine komplexere Korrektur mit einem neuen klaren Hoch. Bleiben wir darunter droht weiterhin direkt die nächste Abwärtswelle. Die übergeordneten Bilder deuten alle weiterhin in Richtung „Short“. Tagesbewegungen sind im Wochen- oder gar Monatschart klar zu vernachlässigen.
  • Obwohl die meisten Signale weiterhin auf neuen Abwärtsdruck hindeuten, so gibt es im DAX – durch das erneute abprallen unterhalb der .400 – doch eine Formation (aufsteigendes Dreieck), die eher bullisch zu werten ist. Ich habe euch dafür den DAX Xetra-Chart mal angefügt, da nur dort diese Formation so deutlich auftritt. Sie soll der Vollständigkeit halber erwähnt werden, aber ebenso muss erwähnt werden, dass diese Formation im aktuellen Chartbild viele Divergenzen aufweist, die nicht unbedingt auf eine Aktivierung bzw. gar Abarbeitung der errechneten Ziele hindeuten. Der Fokus auf der Oberseite sollte somit auf die 10.400 gerichtet sein. Auf der Unterseite droht beim Bruch der 10.000 bereits die nächste Abwärtswelle. Dieser 400-Punktebereich stellt somit unsere aktuelle “neutrale” Handelsspanne dar.

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  • Nachtrag: Im US-Markt deuten die Indizes auf ein symmetrisches Dreieck hin, welches eher eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung andeutet.
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