Das Jahr neigt sich dem Ende zu und im eigentlich doch so starken Monat Dezember zeigt sich der DAX weiter hochnervös und extrem volatil. Ein Vorbote für das neue Jahr 2016?

Blicken wir mal ein Jahr zurück. Ich hatte dort geschrieben:

Ausblick: Kann das wirklich ein gutes Jahr werden?

Es ist durchaus interessant die alten Beitrage nochmals anzuschauen und ein kleines Fazit zu ziehen. Den extremen Spike zu Beginn des Jahres habe ich so nicht vorausgesehen. Im nachhinein könnte es der letzte Vorstoß gewesen sein, bevor eine Trendwende eingeläutet wird und vielleicht schon wurde. Die Problemfelder China, Zinswende der USA und die letzte Verzweiflungstat der EZB, welche nicht dauerhaft pushen kann, haben hingegen gut gepasst. Ebenso die Aussage, dass uns ein turbulentes und sehr volatiles Jahr erwartet.

Gerade das vermeidlich letzte starke Quartal war von sehr nervösen Schwankungen geprägt, die klar zur Vorsicht mahnen sollten. Das volatile 2015 könnte ein Übergangsjahr in den Bärenmarkt gewesen sein – vielleicht einen langjährigen Bärenmarkt.

Und warum? Weil es schlichtweg kaum bullische Impulsgeber mehr gibt. In diesem Jahr sind die globalen Risiken stetig angewachsen, viele Frühindikatoren senden seit Monaten starke Warnsignale, aber der Markt konnte sich immer wieder fangen, weil die Geldpolitik der Notenbanken stets neue Hoffnungen wecken konnten. Das Schlussquartal deutete aber nun schon recht klar an, dass dieser scheinheilige Impulsgeber wegbrechen könnte. Zur vergangenen EZB-Ratssitzung hatte man von Draghi schon eine extreme Erwartungshaltung – deutliche Ausweitung des QE, Negativzinsen etc.! Der abhängige Markt lechzt nach mehr von der Droge Geld und Draghi kann diesem Wunsch anscheinend nicht mehr voll entsprechen. Vermutlich kann er es auch gar nicht mehr, da im EZB-Rat die kritischen Stimmen von Monat zu Monat lauter werden. Die Notenbanken haben die Märkte förmlich auf Drogen gesetzt und ein mutierter Euro-Junkie könnte nun ein schwerwiegendes Problem werden. Die FED versuchte das ganze Jahr hinüber die Zinswende einzuläuten und quälte sich im Dezember quasi zu diesem Schritt, bevor sie sämtliche Glaubwürdigkeit verspielt hätte. Der perfekte Zeitpunkt könnte da aber bereits überschritten gewesen sein. Nicht auszudenken, wenn in Q1 die Risiken wieder zunehmen, oder die US-Wirtschaft  sogar in eine Abkühlung rutscht, welche einige Indikatoren bereits andeuten. Dann könnten die Marktteilnehmer der FED Blindheit vor den wirtschaftlichen Realität vorwerfen, was ebenso ein heftiger Vertrauensbruch wäre. Die Notenbanken haben in den vergangenen Jahren ein riskantes Spiel gefahren und werden nun ordentlich Probleme haben die Kontrolle zu behalten bzw. aus diesem Dilemma glimpflich herauszukommen.

Das Jahr 2015 könnte somit ein Übergangsjahr in den Bärenmarkt gewesen sein. Auch die Charttechnik deutet bereits klar in diese Richtung!

Blicken wir kurz zum Tageschart beim DAX und schauen wir uns das Jahr 2015 dort genauer an. Es gab im Q1 den bereits erwähnten Spike, welcher auch einen finalen Vorstoß darstellen könnte. Danach wurden im Jahresverlauf nur noch tiefere Hochpunkte ausgebildet, welche durch einige Fehlausbrüche zusätzlich Bestätigung finden. Die wichtigen GD100 und GD200 wurden beide mehrfach geschnitten. Beiden haben sich scharf gekreuzt und sind zudem fallend! Langfristig sehr gute Indikatoren für einen Bärenmarkt! Ich hatte im Schlussquartal bereits mehrfach eine SKS-Formation erwähnt, welche in der “Jahresendrally” die rechte Schulter ausprägen könnte. Dieses Bild wird zunehmend realistischer! Nach den fallenden Hochpunkte wäre nun ein neuer Tiefpunkt die logische Konsequenz – klar unterhalb der 9.000. Das Bild würde sich erst oberhalb der 11.000 und folgend der 11.500 aufhellen. Jedoch ermöglicht der starke Dezember noch nicht mal einen Angriff auf diesen Bereich…

dax

Schauen wir noch zum Wochen– und der Monatschart. Im Bereich um die 10.500 würde der DAX wieder in das fast 10-jährige Dreieck hineinlaufen und ein bärisches Bild festigen. Im Monatschart habe ich zudem Ähnlichkeiten zu 2007/2008 aufgezeigt, welche von Woche zu Woche deutlicher werden. RSI und MACD sind aktuell auch dabei ein neues stärkeres Verkaufssignal zu generieren. Weiterhin gut zu erkennen sind die fallenden Hochpunkte und die Fehlausbrüche der Bullen. Ein Start unterhalb der 10.500 im neuen Jahr könnte das Fenster zum Bärenmarkt bereits im Januar ganz weit aufschlagen.

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Das negative Szenario muss natürlich durch den Intermarket gestützt werden. Daher der Block zum Dow Jones und S&P500. Ich hatte in der Vergangenheit mehrfach auf die Möglichkeit eines Rounding-Tops im US-Markt hingewiesen und auch diese Gefahr nimmt von Woche zu Woche deutlich Gestalt an. Das Rounding-Top hat bereits eine gigantische Dimension von 15 Monaten erreicht. Diese Chartformation stellt zudem nur zu gerne große Marktumschwünge dar, welche auch für Jahre nachhaltig sind. Es könnten beim Dow Ziel bis in den 13k Bereich aktiviert werden…

Bestätigt wird das Bild auch hier zusätzlich vom GD100 & 200, welche ebenso scharf gekreuzt sind und fallen. Die Bullen können nur hoffen, wenn das Rounding-Top auf der Oberseite verletzt wird, ansonsten passt das Bild im US-Markt perfekt zum Übergangsjahr 2015 in den Bärenmarkt ab 2016

dow s&p500

Schauen wir was uns das Jahr 2016 bringt. Ich freue mich über eure Einschätzung hier im Kommentarbereich, im Forum oder in den Trading-Gruppen. 🙂

Bis dahin wünsche ich euch ein paar schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. :)

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