Der Countdown läuft und viele Marktteilnehmer warten mittlerweile schon Wochen auf eine Gegenbewegung, welche durchaus gesund gewesen wäre. Diese konnte nun nicht mal ansatzweise einsetzen und immer, wenn die Gefahr für eine kleine Eintrübung bestand, wurde der DAX nochmals massiv hochgekauft. Wie auch in der vergangenen Woche, wo der wichtige 11.500-er Bereich mit einer impulslosen 300 Punkte Bewegung durchbrochen wurde und den Weg zur 12.000 ebnete. Eine historische Rally, die viele Rekorde kassierte und viele ungewohnte Situationen hervorgebracht hat. So konnte der DAX seit Jahresbeginn gut 20% zulegen. Der Dow hingegen gar nicht. Der Intermarket ist vollkommen abgekapselt und nicht weil die Fundamentaldaten so unterschiedlich sind, sondern nur wegen der Notenbank-Politik. Ein solcher massiver Anstieg ist in meinen Augen nicht mehr glimpflich aufzulösen und ein abruptes Ende durchaus wahrscheinlich.

Die neue Woche verspricht viele Impulsgeber. ZEW-Index, FED und der große Verfall. Das alles spricht für einen brisanten Mix aus weiteren klaren Hochpunkten, aber auch einer Umkehrmöglichkeit. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die FED aufgrund der aktuellen Ereignisse die Zinswende verschieben könnte und so den Dollar wieder etwas abschwächt. Beim Euro könnte so die Marke um die 1.05 zur ersten harten Unterstützung und die Möglichkeit für eine starke technische Gegenreaktion bieten. Auch der Blick zum Ölpreis scheint im gleichen Atemzug interessant. Dieser könnte ebenso eine Bodenbildung abschließen und den Startschuss für eine starke Aufholjagd bieten. Der stark gefallene Ölpreis und Euro konnten den DAX in den letzten Wochen das notwendige Futter für den massiven Anstieg liefern. Eine einsetzende Wende könnte auch der Signalgeber für den DAX sein.

DAX:

Beginnen wir erneut mit den Chartbildern beim DAX. Von der kleinen zur großen Betrachtung.

Im 5 Minuten und 15 Minuten Chart kann man die nochmalige Beschleunigung der Aufwärtsbewegung gut erkennen. Ebenso gut zu erkennen, dass der DAX untere Begrenzung gar nicht mehr angelaufen hat, sondern weiterhin extrem steil angestiegen ist. Das sind Bilder, die den ungesunden Anstieg im DAX bekräftigen und wohl auch für eine ungesunde Auflösung sprechen. Ein etwas zaghafterer Anstieg hätte zumindest die Chance geboten gemütlich Marke für Marke zu erkämpfen. In einem größeren Zeitabstand, welcher aber eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht hätte. Diese Chance haben die Bullen in meinen Augen nun gierig verspielt. Die neue Woche mit den vielen Impulsen wird nun zeigen müssen, ob diese nochmalige Beschleunigung als letztmalige Übertreibung anzusehen ist, oder ob hier wirklich ein neuer Trend ensteht. Umkehrsignale gibt es Null-Komma-Null! Es warnt “nur” die ungesunde Bewegung, welche sich in den nächsten Chartbildern fortsetzt.

dax5m dax15m

Als nächstes sehen wir den DAX im Tageschart, welcher die extreme Bewegung nochmal verdeutlicht. Im ersten Chart habe ich die inverse SKS Formation vom letzten Jahr mit dem Maximalziel eingezeichnet. Dieses Ziel ist nur noch einen Katzensprung entfernt und der DAX wird das Ziel wohl in Rekordtempo abgearbeitet haben. Eine erste sehr wichtige Zielmarke, wo durchaus einige Investoren Kasse machen werden. Im 2. Bild erkennt man die nochmalige Beschleunigung aus dem steilen Trendkanal heraus. Ähnlich wie bei den Chartbildern zuvor stellt sich die Frage, ob es sich hierbei um eine letztmalige Übertreibung handelt.

Auch in diesen Chartbildern gibt es keine Signale für eine Trendumkehr. Im Gegenteil: Schluss war nah am Tages- und Wochenhoch. Ein steiler Aufwärtstrend wurde ohne Test nochmal beschleunigt. Die Indikatoren aus dem letzten Chartbild würden auch noch für weitere Gewinne sprechen. Die 238-er Fibonacci Extension liegt im übrigen bei knapp unterhalb der 12.500. Durchaus ein Ziel, falls es noch über die 12.100 geht. Der DAX hätte somit seit seinem Tief bei ca. 8.350 eine extreme Rally hingelegt und alleine eine 50% Korrektur, welche absolut im normalen Rahmen wäre, würde so schon einen massiven Kursrutsch auslösen. Die Extrembewegung im DAX deutet jedoch eher eine größere Korrekturbewegung an – vielleicht sogar einen oberen Abschluss. Seit der 9.500-er Marke hält der DAX zudem einen sehr steilen Aufwärtstrend. Der GD 200, welcher in regelmäßigen Abständen getestet wird, liegt noch über 2.000 Punkte zurück. Das sind keine Signale für eine bevorstehende Trendumkehr, aber durchaus ernstzunehmende Warnsignale.

dax-sks daxtag daxtag2Es folgt noch der Blick auf die Wochencharts. Der helle Chart zeigt den Xetra-DAX.

Im Wochenchart erkennt man die extreme Bewegung im Vergleich zu den letzten 10 Jahren sehr deutlich. Man konnte sich in der vergangenen Woche sogar wieder über den Aufwärtstrend von 2011 etablieren. Auch hier stellt sich daher die Frage: Ist dieser Durchbruch als letzte Übertreibung zu sehen?

Der MACD bewegt sich weiterhin in Richtung Sterne… Mittlerweile liegt dieser 50% über dem letzten Crash-Niveau. Ein Warnsignal, aber wiederum noch kein Signal für eine Umkehr. Der GD 200 verläuft bei aktuell 8.052. Damit knapp 4.000 tiefer als der Kursverlauf. Erneut ein Extremwert.

Auch im Wochenchart ist kein Ansatz für eine Umkehr erkennbar und auch dies spricht eher für eine sehr plötzliche Gegenbewegung, welche einen massiven Rutsch nachziehen könnte. Im Wochenchart wäre eine Korrektur bis 10.200/300 noch als sehr bullisch anzusehen. Ein Bewegung deutlich unter die 10.000 und vielleicht sogar knapp unter die 9.000 wäre für die letzte Extrembewegung eher als “sauber” anzusehen und sollte bei einer Umkehr klar mit eingeplant werden.

daxwoche dax-xetra-woche

US-Markt:

Es folgt noch ein Blick auf den vollkommen abgekapselten US-Markt. Dieser hat sich weiterhin negativ entwickelt und konnte wie erwartet den GD 100 anlaufen und sich dort vorerst fangen. Dieser Bereich war in der Vergangenheit stets ein Punkt für die Bullen den Markt nochmals zu retten. Wird es auch diesmal so sein? Im Gegensatz zu den Bewegungen davor, ist der US-Markt mittlerweile als Underperformer anzusehen. Der Blick auf verschiedene Einzelwerte könnte auch für eine Top-Bildung sprechen. Die Nasdaq könnte wohl möglich sogar das Top schon gesehen haben. Auch ein Grund warum ich mir bei Google & Apple Shortpositionen eingekauft habe.

Ein wichtiger Impulsgeber wird die FED am Mittwoch sein. Sie könnte den US-Markt nochmals auffangen – auch wenn die oberen Ziele stark begrenzt sind – oder diesmal eben für eine große Korrektur und vielleicht sogar ein Top sorgen. Im Gegensatz zum europäischen Markt hätten Dow und Co. jedoch einiges aufzuholen…

Spannung in der FED-Woche. Zumindest der GD 200 wäre kurzfristig sogar noch greifbar. Die Stabilisierung hatte bisher nur technischen Charakter und die Indikatoren sprechen noch für weitere Verluste.

dow s&p

Gold:

Beim Gold wurde der weitere Abverkauf durch den RSI sehr gut vorhergesagt. Auf dem aktuellen Niveau besteht durchaus die Chance für einen Doppelboden. Ansonsten wartet darunter die Trendlinie vom fallenden Dreieck, welche besser halten sollte. Ansonsten erleben die Goldbullen ein weiteres Blutbad. Es ist gut möglich, dass ich an der unteren Trendlinie einen Long-Einstieg ins Gold riskiere.

gold

Du magst diesen kostenlosen Content & möchtest die Arbeit auf der Seite wertschätzen? Dann unterstütze Trading-Portal.NET auf Patreon!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.