Die Märkten schauen mit bangen Blicken auf die neue Woche, welche die wichtigsten Termine am Mittwoch vereint. Die amerikanische FED und die Bank of Japan geben ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt. “Droht” den USA ein weiterer Zinsschritt, welcher die Märkte überraschen dürfte, oder bleibt das Geld weiter locker? Die Bank of Japan steht gar vor einem Scherbenhaufen der eigenen Politik. Weder die Inflation, noch das Wirtschaftswachstum konnte stimuliert werden. Kuroda hatte zuletzt angedeutet die bisherigen Maßnahmen überprüfen zu wollen. Ein Hinweis auf eine Abkehr der ultralockeren Geldpolitik? Die Märkte jedenfalls erwarten von der Bank of Japan eher weitere Geldgeschenke und nicht das krasse Gegenteil. Die größte Gefahr für die Börsen sind aktuell wohl die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer, die hoffen, dass das billige Geld niemals versiegen wird. Eine gefährliche Sorglosigkeit? Vor einem Jahr hatte die FED für 2016 noch von bis zu 4 Zinsschritten gesprochen; aktuell stehen wir bei 1, obwohl – und so beteuert die FED regelmäßig – die Wirtschaft äußerst robust sein soll. Es geht am Mittwoch auch um die Glaubwürdigkeit von Janet Yellen.

Blicken wir auf unsere Chartreihe, wo es am Freitag eine böse Überraschung für die Bullen gab. Wir beginnen wie immer mit dem DAX Monatschart. Dort wurde der bullische Ausbruch, welcher im kleinen Chartbild signalisiert wurde, nie bestätigt und ich hatte zum Monatswechsel die Bedeutung der 10.600 (mittlere Bollingerband) klar hervorgehoben. Zwei Wochen vor Monatsschluss notiert der DAX nun recht deutlich unter dieser Marke und die alte Trendbegrenzung (9-jähriges Dreieck) knapp an der 10.800 konnte nicht überwunden werden. Ein klares Warnsignal an die Bullen, aber die Monatskerze ist natürlich noch nicht fertiggestellt. Das Tief der Vormonatskerze lag bei 10.095, wo auch das 38,2-er Retracement verläuft. Die Bullen sollten diese Marke verteidigen, um weitere Aufstiegschancen zu wahren. Darunter könnte eine übergeordnete Top-Bildung entstehen und die Märkte in ein unruhiges letztes Quartal schicken.

Wichtige Marken im Monatschart: 10.800, 10.580 (mittlere Bollingerband), 10.550 (Retracement), 10.100. Darunter droht gar ein Drop zur 9.800 und 9.600. Aber der Monatschart ist langatmig und geduldig. Umkehrsignale sind jedoch mit hohem Interesse zu verfolgen, da diese im kleinen Chart häufig gar nicht so wahrgenommen werden.

Der Monatschart trübt sich bärisch ein und der Ausbruch der Bullen bleibt weiter unbestätigt. Die Bullen müssen nun die 10.100 verteidigen.

monat

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, welcher am Freitag seine neutrale Range verlassen hat und wieder in den Abwärtstrend hineintauchte. Allerdings blieb eine Abverkaufswelle aus, sondern der DAX notierte weiterhin nah an der Ausbruchzone. In den vergangenen Ausblicken hatte ich euch die bärischen Divergenzen eingezeichnet, welche genauso auch bei den vergangenen Gipfelphasen aufgetaucht sind und ein Warnsignal bildeten. Die fehlende Abwärtsdynamik, trotz der Verletzung von Unterstützungen, ist jedoch auffällig. Der Schlusskurs nah an der Ausbruchzone ermöglicht zu Wochenbeginn auch 2 Szenarien. Ein hoher Start oberhalb der 10.330 könnte den DAX wieder über die Abwärtstrend schieben und so Kraft für eine Wochenrange über die .460 zur .550 entwickeln. Ein schwacher Start unterhalb der 10.330 dürfte sehr wahrscheinlich für eine Wochenrange zur 10.130 (mittlere Bollinger) und 10.100 (Retracement) sorgen. Momentan sprechen mehr Faktoren für dieses Szenario. Unterhalb der 10.100 dürfte das bullische Ausbruchszenario vollkommen gescheitert sein und tiefere Kurse bis zur 9.600 wären im nächsten Monat nicht undenkbar.

Etwas Bauchgefühl neben der Charttechnik…

Es ist sehr auffällig, dass keine großen Abverkäufe einsetzen, obwohl wichtige Marken verletzt werden. Auf der anderen Seite fällt auf, dass die Bullen trotz günstiger Geldpolitik bullische Ausbrüche nicht aufnehmen können und wollen, da die Fundamentaldaten einfach schon eine zu große Schere aufgerissen haben. Es gibt an der Börse aber nicht nur das auf und das ab, sondern auch einen neutralen Weg – den Seitwärtstrend. Ich halte diesen Weg für wahrscheinlich, wenn die FED und BoJ nicht vollkommen die Markterwartungen verfehlen!

woche

Schauen wir noch zu den kleineren Chartbildern im DAX Tageschart und im DAX 60-Minutenchart, wo ich ein Szenario für die kommende Woche eingezeichnet habe. Im Tageschart ist der DAX wieder knapp in den Abwärtstrend eingetaucht und obwohl dieses Verkaufssignal erzeugt wurde und ein Doppeltop oberhalb der Ausbruchzone entstanden ist, setzte keine starke Abwärtsdynamik ein. Einen Grund dafür sehen wir u.a. im 60-Minutenchart, wo der DAX den Aufwärtstrend von Ende Juni testen und bisher verteidigen konnte. Ein hoher Wochenstart nah an der 10.350 könnte den DAX sogar wieder über den Abwätstrend schieben. Momentan spricht jedoch mehr für weitere Schwäche, aber ohne große Dynamik bis zum Notenbanktermin am Mittwoch.

Wichtige Marken auf der Oberseite: .350, .460, .550 und .660 – Auf der Unterseite die .280 .200, .160, .100 und knapp 10.000.

Im 60-Minutenchart (M60) habe ich euch ein mögliches Szenario für die neue Woche eingezeichnet. Durch den doppelten Notenbanktermin ist dieses natürlich mit Risiko behaftet, aber falls die Notenbanken nicht vollkommen enttäuschen, wäre dieses Szenario als realistisch anzusehen. Momentan bildet sich im M60 ein fallendes Dreieck (sehr häufig bullisch) heraus, welches um 10.100 eine Auflösung nach oben erfahren könnte und Ziele oberhalb der 10.400 aktivieren würde und dann den (noch nicht) gebrochenen Juni-Aufwärtstrend testen dürfte.

daxidee

Im US-Markt gab es letztendlich nicht viel Neues zu berichten. Die ersten 3 Chartbilder zeigen den Dow Jones (M60, Tageschart und Wochenchart). Im letzten Chartbild sehen wir die Nasdaq, welche erneut die obere Trendbegrenzung anläuft.

Im Dow Jones 60-Minutenchart erkennen wir, dass die SKS-Formation sehr schnell die untere Zielmarke erreichen konnte und von dort zurück zur Ausbruchmarke sprang und einen Rebound hinlegte. Seit dem bewegt sich der Dow neutral im waagerechten Dreieck – abwarten auf die FED ist angesagt. Im Tageschart konnte der GD100 (gelb) zum Wochenschluss verteidigt werden. Ein Halten dieser Marke und der 18.000 wäre auch im Wochenchart für die Bullen zu begrüßen. Ansonsten werden Ziele bis 17.600 aktiviert.

Die Nasdaq wirkt weiter gedeckelt und ein erneutes Anlaufen der oberen Begrenzung dürfte Short-Gelegenheiten darstellen.

a nasdaq

Mittwoch erwartet uns der wichtigste Tag der Woche (FED & BoJ).

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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