Eine turbulente Handelswoche liegt hinter uns und leider hinterlässt sie wieder einige Fragezeichen…

Kommen wir aber erstmal zum Rückblick. Prognostiziert hatte ich einen weiteren Abverkauf in den Supportbereich von 9.200/ 400. Von dort sollte die FED eine technische Erholung – getarnt als Jahresendrally – in den Bereich 9.600 bis zum mittleren Bollinger bei 9.800 über die Feiertage einleiten. Letztendlich sind diese Bewegungen auch im Großen & Ganzen sehr gut eingetreten & ich konnte viele Hunderte CFD-Kontrakte hinzugewinnen. Wie immer live im Blog gepostet!

Der Faktor Zeit hat hingegen nicht ganz gestimmt. Der große Verfallstag am Freitag hat hier einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Bewegung, die eigentlich über die Feiertage geplant war, in nur 2 Tagen abgearbeitet. Die “Big Player” im Markt mussten anscheinend ihren perfekten Abrechnungskurs noch erreichen und haben mächtig geschoben. Als dies durch war, konnte der DAX den Höchststand nicht mehr halten und ist zeitweise über 200 Punkte abgerutscht.

Doch was ist nun am Jahresende zu erwarten? 

Eigentlich beginnt jetzt erst die klassische Jahresendrallyzeit – die letzte Woche vor Weihnachten bis zur ersten Handelswoche im neuen Jahr. Gehandelt wird bei uns in dieser Woche nur am Montag & Dienstag. Auch das Volumen dürfte recht gering sein, da die meisten Investoren ihre Bücher bereits geschlossen haben und sich im Urlaub befinden. Aber vielleicht lassen sich deswegen auch die Kurse leichter bewegen…

Der DAX (und auch die US-Börsen) lässt mit seiner Kerze am Freitag Fragen offen und erst der Start am Montag wird für Gewissheit sorgen können. Letztendlich könnte nach den 2 Tagen mit sehr starken (und künstlichen) Zugewinnen der Deckel am Freitag gesetzt worden sein, allerdings fehlt hierfür einfach noch die Bestätigung. Falls der DAX morgen direkt unterhalb des mittleren Bollingerbandes (ca. 9.820) startet, könnte dies ein erster Hinweis sein, dass eher die Bären am Drücker sein werden. Untere Ziele wären dann die 9.600, bei 9.540 der GD 200 und der GD 100 bei 9.410. Ein Anlaufen und durchbrechen dieser Ziele würde für die Ausbildung eines weiteren (klaren) Tiefs sprechen und die letzte fallende Trendwelle im waagerechten Dreieck bestätigen.

Aber! Es ist eben auch Jahresendrallyzeit und das haben alle Investoren im Kopf und sollte somit nicht vernachlässigt werden. Der RSI ist auch noch gekreuzt und bei einem positiven Start oberhalb des m. Bollingers wäre eben auch schnell wieder Luft nach oben. In der letzten Woche hatte ich es noch angesprochen: Der DAX hat die oberen Ziele im waagerechten Dreieck noch nicht ganz erreicht und durch das Abdrehen bei 9.200 besteht weiterhin die Chance das er diese noch anläuft. Die möglichen oberen Ziele wären dann das Anlaufen des kürzlich gebrochenen Aufwärtstrends bei knapp über 10.050. Das obere Bollingerband kombiniert mit der langfristigen Trendlinie bei 10.200 und bei knapp unter 10.400 das mittelfristige umgekehrte waagerechte Dreieck, welches jedoch nicht voll durchlaufen werden muss.

dax daxklein daxwoche

Bei den US-Märkten schaut die Lage recht ähnlich aus. Die Volatilität war auch hier in beiden Richtungen sehr stark und dies spricht überhaupt nicht für einen in sich gefestigten Markt. Eher sind dies deutliche Warnzeichen! Dies gilt natürlich ebenso für den DAX. Durch die 2-Tages-Rally wäre beim positiven Start ein weiteres klares “Weihnachtshoch” realistisch, aber auch hier dürfte nach den Feiertagen schnell wieder die Volatilität & der Druck zunehmen. Der Wochenauftakt sollte daher abgewartet werden. Es könnte ein Deckel ausgebildet sein und ein Abdrehen auf diesem Niveau könnte sehr schnell sehr starken Abwärtsdruck erzeugen. Genau wie beim DAX! Die Märkte sind also nahezu verdonnert ein neues Hoch auszubilden, ansonsten drohen sehr rote Tage. Aber es erwarten uns eben keine 2 normalen Wochen, sondern die Tage der klassisches Jahresendrally. Die Spannung bleibt also erhalten! Im kurzfristigen Bild hat der Dow ein kleines Doppeltop ausgebildet, welches unterhalb der 17.750 aktiviert wird und den Jahresabschluss versauen könnte… 😉

dowkurz

In den letzten Tagen des Jahres rauschen in Massen die Prognosen für 2015 durch die Tagespresse und sehr oft wird sich da gegenseitig mit Optimismus übertroffen. Aktien sind weiterhin alternativlos (eigentlich das Wort des Jahres) und die Märkte müssen daher weiter steigen… Doch ist dies realistisch? Wie schaut denn die DAX-Performance für 2014 aus? In Zeiten von Null-Zins, Anleihekäufe und guter Wirtschaft? Wir stehen auf dem gleichen Niveau wie von Januar und haben uns eigentlich nur seitwärts bewegt. Als Swing-Trader sicher reizvoll, aber eine langfristige alternativlose Anlage war der DAX 2014 wahrlich nicht. Und auf diesem hohen, künstlichen Niveau ist sie in meinen Augen auch recht gefährlich! Meine Aktienanteile hatte ich daher 2014 bereits auf Null gefahren. Und 2015? Die FED wird die Zinswende einläuten, Japan und China bereiten mehr und mehr Sorgen, die Euro-Krise ist nicht ausgestanden, wirtschaftliche ernste Sorgen in Europa, ein neuer Kalter Krieg, Länder Südamerikas und vielleicht auch bald Russland vor der Pleite? Also woher der ganze Optimismus? Achja, die EZB könnte noch eine letzte große geldpolitische Keule auspacken… Ein Grund zum feiern?! Wahrscheinlich wäre diese Feier nur von kurzer Dauer und wohl auch die letzte dieser Art. Denn es wäre nichts weiter als eine pure Verzweiflungstat! Licht am Ende des Tunnels sehe ich erst wieder, wenn die einjährige Seitwärtsbewegung und das eigentlich bärische umgekehrte Dreieck nach oben aufgelöst wird. Das wäre in der Tat ein sehr großes Kaufsignal – nahezu utopisch groß.

Interessant ist auch noch der Euro-Dollar. Auch hier hatte ich immer die langfristige Ziele angesprochen. In der vergangenen Woche hatte ich ebenso prognostiziert, dass der Kurs eigentlich nochmal deutlich abdrehen müsste, um das untere Ziele anzulaufen. Bis knapp unter 1,22 hätte er Luft und dieses Ziel hat er nun tatsächlich nahezu noch erreicht. In diesem Bereich ist eine Bodenbildung wahrscheinlich und danach eine starke Erholung. Vor einer ähnlichen Entscheidung steht im übrigen auch Gold & Silber. Hier wäre eine sehr starke Gegenbewegung für 2015 ebenso zu erwarten. Doch was wird diese große Kehrtwenden einläuten? Und kann dies gut für die Aktienmärkte sein? Ich fürchte nein!

euro

Ein großer Impulsgeber wäre in der neuen Woche (neben den ganzen großen Nebenschauplätzen) noch möglich: Wird es Neuwahlen in Griechenland geben? Falls ja, könnte dies ein Schock für die Börse sein.

Kommt gut in die Feiertagswoche!

Du magst diesen kostenlosen Content & möchtest die Arbeit auf der Seite wertschätzen? Dann unterstütze Trading-Portal.NET auf Patreon!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.