Die Märkte starten ins neue Jahr und somit geht es auch hier im Blog endlich wieder richtig weiter! 🙂

Was kann das für ein Jahr bei DAX, Dow und Co. werden? Die Grundstimmung in den Medien lautet zumeist ist deutlich.  Es werden neue starke Rekorde anstehen, da Aktien doch immer noch als alternativlos anzusehen sind. Im letzten Wochenausblick hatte ich bereits einen kleinen Blick ins neue Jahr riskiert und dort ein doch eher skeptischeres Bild gezeichnet:

In den letzten Tagen des Jahres rauschen in Massen die Prognosen für 2015 durch die Tagespresse und sehr oft wird sich da gegenseitig mit Optimismus übertroffen. Aktien sind weiterhin alternativlos (eigentlich das Wort des Jahres) und die Märkte müssen daher weiter steigen… Doch ist dies realistisch? Wie schaut denn die DAX-Performance für 2014 aus? In Zeiten von Null-Zins, Anleihekäufe und guter Wirtschaft? Wir stehen auf dem gleichen Niveau wie von Januar und haben uns eigentlich nur seitwärts bewegt. Als Swing-Trader sicher reizvoll, aber eine langfristige alternativlose Anlage war der DAX 2014 wahrlich nicht. Und auf diesem hohen, künstlichen Niveau ist sie in meinen Augen auch recht gefährlich! Meine Aktienanteile hatte ich daher 2014 bereits auf Null gefahren. Und 2015? Die FED wird die Zinswende einläuten, Japan und China bereiten mehr und mehr Sorgen, die Euro-Krise ist nicht ausgestanden, wirtschaftliche ernste Sorgen in Europa, ein neuer Kalter Krieg, Länder Südamerikas und vielleicht auch bald Russland vor der Pleite? Also woher der ganze Optimismus? Achja, die EZB könnte noch eine letzte große geldpolitische Keule auspacken… Ein Grund zum feiern?! Wahrscheinlich wäre diese Feier nur von kurzer Dauer und wohl auch die letzte dieser Art. Denn es wäre nichts weiter als eine pure Verzweiflungstat! Licht am Ende des Tunnels sehe ich erst wieder, wenn die einjährige Seitwärtsbewegung und das eigentlich bärische umgekehrte Dreieck nach oben aufgelöst wird. Das wäre in der Tat ein sehr großes Kaufsignal – nahezu utopisch groß.

Und diese Aussage möchte ich eigentlich nahezu unkommentiert für den Jahresausblick stehenlassen. Der DAX hat sich nur in einer sehr starken vorweihnachtlichen Rally ins Jahresplus gerettet und für das neue Jahr stehen nun deutlich mehr negative Signale an. Griechenland und somit die Euro-Krise könnte im Januar wieder auf der Tagesordnung stehen. Die USA ist nach der Wahl unregierbar geworden und im ersten Quartal steht ausgerechnet erneut ein Anheben der Schuldengrenze an. Droht erneut ein Streit und ein Shutdown? Die FED wird und muss die Zinswende einläute. Die Märkte haben dies in der Vergangenheit stets mit ordentlichen Abschlägen angenommen. Russland, Ukraine, Lateinamerika, China, Japan… Die Liste der Sorgenkinder scheint endlos lang. Nur Draghi könnte mit einer noch lockeren Geldpolitik dagegenhalten, aber es wären bereits die letzten Geschütze. Scheitern diese ebenso, drohen Europa japanische Verhältnisse. Das kann ein turbulentes und sehr volatiles Jahr werden!

Der DAX war vor Weihnachten eigentlich für die Jahresendrally gerüstet und hatte bereits sehr stark zugelegt. Ein Anlaufen der oberen Begrenzung knapp unter 10.200 Punkte war in meinen Augen sehr wahrscheinlich, falls Griechenland als einziger Impulsgeber nicht dazwischenfunkt. Doch bekanntlich hat Griechenland letztendlich den negativen Impuls gegeben. Die eigentliche Jahresendrallyzeit war somit alles andere als positiv und damit klar gegen den statistisches Trend. Ein böses Omen für 2015?

Momentan ist man an einer alten Trendlinie abgeprallt und es besteht noch die Chance nach oben abzudrehen. Allerdings ist die Unsicherheit mittlerweile recht groß und sowas mag die Börse so gar nicht. Ende Januar steht erst die EZB-Sitzung als Impulsgeber an, aber gleichzeitig eben auch die Wahl in Griechenland. Ebenso muss man berücksichtigen, dass Draghis Kurs auch im EZB-Rat auf immer mehr Widerstand stößt.

Zwischen 9.600 & 9.700 steht noch ein wichtiger Unterstützungsbereich an. Falls es drunter geht, hätte man einen 2. Gipfel unterhalb der letzten Erhöhung. Der GD 100 & 200 dürfte dann wohl erneut auf dem Plan stehen und nicht wirklich einen Halt bieten. Knapp über 9.400 wäre dann erst der nächste Halt möglich – vorerst. Im großen und bärischen umgekehrten waagerechten Dreieck wäre der letzten Anstieg dann wohl endgültig als Versager zu betrachten. Diese Option hatte ich in den letzten Wochenausblicken schon mehrfach skizziert. Dies könnten bereits die Ziele für die kommende Woche sein. Schauen wir mal.

Anbei wie immer ein paar Charts für den DAX. Von der kurzfristigen Sichtweise bis zum großen 10 Jahres-Chart auf Wochenbasis.

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Bei den US-Märkten gab es keine besonderen Entwicklungen. Ich hatte in den letzten Ausblicken darauf hingewiesen, dass die oberen langjährigen Begrenzungen angelaufen wurden und der Rücklauf nun jederzeit beginnen könnte. Ein Unsicherheitsfaktor war dafür nur die “Jahresendrallyzeit”, aber letztendlich hat nun bereits dort der Rücklauf gestartet. Unterhalb der 17.700 kommt beim Dow weiter Druck auf.

Die NASDAQ war in den letzten Jahren der Outperformer schlechthin! Aber sie könnte für mich auch ein böser Indikator sein. Anfang Dezember habe ich bereits darauf hingewiesen, dass ich mit einem sehr extremen Rücklauf rechne. Die NASDAQ hatte bereits eine starke Rally hinter sich und konnte diese trotzdem nochmal spitz beschleunigen. Solche Bilder kennt man aus der Geschichte zur genüge und sie endeten eigentlich nie gut. Diese großen spitzen Gipfel wurden fast immer genauso stark & spitz wieder abverkauft. Damit halte ich sogar einen Rücksetzer in Richtung 2.000 Punkte für möglich! Ich weiß, dass einige deswegen den Kopf schütteln werden. Aber speichert ruhig diesen Beitrag… 😉

Noch sind alle bullischen Trends in den US-Märkten aktiv, aber die Warnsignale, die umgekehrten waagerechten Dreiecke, die hohe Volatilität etc. sind ebenso nicht zu übersehen. Dazu steht die Zinswende an und ein verlorenes politisches Jahr. Hier kann es 2015 richtig holprig werden…

dowlang

Zu guter Letzt noch der Blick zum Euro-Dollar. Ich hatte es im Feiertagsthema bereits angesprochen. Er hatte in den letzten Wochen eine 10 Jahre alte Unterstützung angelaufen und dort eine Bodenbildung begonnen. Durch die neuen Turbulenzen in Griechenland wurde diese Marke in der vergangenen Woche nun klar unterschritten! Es besteht noch die kleine Hoffnung, dass dieser Durchbruch in der nächsten Woche als Fehlausbruch negiert wird. Ansonsten droht dem Euro eine ganz böse Schwächephase! Einige krisengeschüttelte Länder und der Exportwirtschaft wird es vermutlich eher freuen. Draghi hatte einen niedrigeren Euro-Kurs auch inoffiziell stets angestrebt. Zumindest dieses Ziel hat er wohl erreicht…

Ein Rücksetzer zur Ausbruchzone inkl. Abpraller würde den Ausbruch in den nächsten Wochen bestätigen. Der Zeitrahmen könnte gut bis zur Griechenlandwahl passen.

euro-lang

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr im Kommentarbereich oder im Forum eure Jahresausblicke & Prognosen mitteilt. Schließlich bin ich mit meiner etwas skeptischen Haltung etwas allein auf weiter Flur…. 😉

Ein kurzer Hinweis für die Android & Apple App-Nutzer. Die Push-Benachrichtigungsfunktion erhält bis Mitte Januar neue Server. Bis dahin ist die Push-Funktion leider deaktiviert!

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