Der DAX bleibt sich auch im neuen Jahr treu und beendet die erste Handelswoche im Jahr mit sehr hoher Volatilität klar im Minus. Das angegeben Ziel beim letzten Wochenausblick bei 9.400 wurde zwar fast punktgenau getroffen, aber stets mit sehr hohem Tempo. Der Durchbruch Richtung 9.200 erfolgte noch nicht und vom Tiefpunkt erholte sich der DAX schließlich innerhalb eines Tages über 3%, aktivierte so ein weiteres kleines waagerechte Dreieck (im Chart blau) und erreichte direkt die Oberkante. Am letzten Handelstag erfolgte trotz guter Bedingungen nicht der bullische Durchbruch, sondern ein deutlicher Abverkauf. Sehr viel Bewegung für nur eine Woche. Die Märkte bleiben im Ausnahmezustand!

Der Blick auf den Jahreschart beim DAX erinnert mehr und mehr an einen Patienten mit Kammerflimmern. Eine große Seitwärtsbewegungen (obwohl Aktien doch alternativlos sind), mehrere Abschlussformationen, Fehlausbrüche in beiden Richtungen und eine steigende Volatilität. Dies alles zeigt nur die hohe Unsicherheit im Markt. Im Jahresausblick hatte ich für 2015 bereits eine sehr turbulente Prognose geäußert. Die aktuellen Bewegungen bestätigen dies mehr und mehr

Doch wann kommt der Durchbruch und wie fällt der Ausblick aus?

DAX:

Es war sehr turbulent im DAX, aber er bewegte sich stets im Rahmen und erzeugte keine bedeutenden Kauf- bzw. Verkaufssignale. Im Wochenfazit hätten die Bären vielleicht einen kleinen Vorteil und letztendlich konnte die Bullen nur an einen Tag überzeugen. In der neuen Woche wird das blaue waagerechte Dreieck aufgelöst. Nach Bruch des kurzfristigen Aufwärtstrends ist ein anlaufen der Unterkante bei knapp 9.450 noch sehr wahrscheinlich. Dort entscheidet sich dann die Zukunft des Dreiecks. Eine kleine technische Erholung und dann der Durchbruch nach unten? Bei einem Rücklauf zur Unterkante bei 9.450 dürften sich auch einige Indikatoren im DAX wieder verschlechtern, welches zusätzlichen Druck erzeugen dürfte. Brisant: Das Ziel nach negativer Aktivierung wäre deutlich unter der wichtigen Unterstützung bei 9.200 und auch klar unter der 9.000. Falls dies geschieht wäre die letzte Welle im übergeordneten umgekehrten waagerechten Dreieck (siehe Wochenchart) ein Versager und es würde (endlich) zum Showdown an der Unterseite kommen.

Doch dies alles wird nur möglich, wenn das kleine Dreieck nach unten aufgelöst wird. Bei einem Durchbruch nach oben könnte die letzte Welle noch voll ausgebildet werden und weit über die 10.000 ansteigen.

Doch was ist wahrscheinlicher?

Bei einem unsicheren Markt im Seitwärtstrend ist eine alleinige Prognose für diesen Markt schwierig. Eine Intermarkt-Analyse – also ein Blick auf die Situation in den anderen großen Weltmärkten – kann hier den zu erwartenden Trend vorgeben. Der Blick auf die USA und auf Asien folgt noch hier im Beitrag, aber es sei bereits jetzt gesagt, dass die Bären momentan leicht die besseren Chancen haben. Aus rein charttechnischer Sicht bei Betrachtung aller wichtigen Märkte. Impulse von Außen erwarten uns in der neuen Woche mehr als genug: Prognosen zur Griechenlandwahl, EZB-Spekulationen, Start der US-Berichtssaison, wichtige US-Wirtschaftsdaten…

Fazit: Eine wichtige Entscheidung wird im DAX in der nächsten Woche fallen. Leichter Vorteil für die Bären!

Nachfolgend den kurzfritigen DAX-Chart. Den DAX auf Jahressicht und den Wochenchart auf 10-Jahressicht.

Gerade der Wochenchart zeigt die anstehende Entscheidung recht deutlich. Der MACD möchte kreuzen und der RSI seine Mittellinie.

daxkurz

dax

daxwoche10j

US-Markt:

Tja eigentlich hatte der US-Markt dem DAX die Suppe versalzen. Obwohl die US-Daten sehr stark waren und die FED weiter mit dem Zinsschritt abwartet, ist der Markt abgedreht und hat den DAX mitgerissen. Die Höchststände sind einigen Marktteilnehmer wohl doch etwas zu suspekt. Nach der letzten sehr starken Dezember-Rally fehlt vor allem beim Dow & S&P500 noch die nötige Korrektur.

Bei den letzten Wochenanalysen hatte ich es auch mehrfach erwähnt. Die US-Börsen stecken ebenso in einen umgekehrten waagerechten Dreieck (große Abschlussformation) und zudem drückt von oben eine langjährige Trendbegrenzung. Der Abverkauf am Freitag war ein erstes klares negatives Signal. Man hätte nun die Möglichkeit von diesem Niveau abzudrehen und somit das letzte Hoch klar verfehlt. Eine kleine Schulter-Kopf-Schulter-Formation könnte so ebenso entstehen (noch sehr spekulativ). Es stehen viele Impulsgeber auf US-Seite in der neuen Woche an. Aus rein charttechnischer Sicht besteht hier durchaus großes Abschlagspotential, welches den DAX richtig unter Druck setzen könnte.

dow dowlang s&p

Asien:

Ich hatte im ersten Teil des Beitrags bereits erwähnt, dass im unsicheren Marktumfeld eine Intermarkt-Analyse klar vom Vorteil sein kann. Daher gibt es heute auch einen kleinen Blick auf die Märkte in Asien.

Auffällig beim Nikkei. Er hatte die starke bullische Gegenbewegung am Donnerstag in Europa und den USA nicht richtig vollzogen, sondern blieb schwach! Er dürfte daher zu Beginn der neuen Woche schnell unter Druck geraten und könnte so ein kleines Doppeltop aktivieren. Der letzte Aufwärtstrend bleibt gebrochen und der RSI konnte nicht bullisch kreuzen. Abschlaggefahr!

Der Blick zum chinesischen Shanghai Composite Index zeigt seine enorme Rally der letzten Monate. In der vergangenen Woche gab es erste klare Anzeichen von Schwäche. Hier droht bald eine starke Korrektur!

Auch aus Asien könnten somit bald bärische Signale geliefert werden. Der DAX wird sich so nur schwer behaupten können.

nikkei

china

Gold:

Ein ganz kurzer Blick noch zum Gold, weil es hier auch spannend werden könnte. Im Forum hatte ich vor Wochen darauf hingewiesen, dass die 1.140 ein guter Punkt für eine Umkehr wären. Seit dem wurde diese Marke stets verteidigt und momentan gibt es erste Anzeichen die für eine solide Bodenbildung sprechen. Ebenso noch spekulativ, aber ich möchte trotzdem früh darüber informieren. Es dürfte eine starke technische Gegenbewegung anstehen, falls die Bodenbildung endlich Erfolg hat.

Euro:

Ich habe beim letzten Wochenausblick darauf hingewiesen, dass beim Euro-Dollar-Kurs eine sehr wichtige Unterstützung unterschritten wurde und falls diese nicht zügig zurückerobert wird, eine böse Schwächephase droht. Zurückerobert wurde nichts und der Euro ist weiter stark gefallen. Nach einer technischen Erholung dürfte der Abrutsch sich noch deutlich(!) weiter fortsetzen!

eurowoche10j

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