Der DAX beendete eine ereignisreiche Woche, wo Volatilität und wilde Bewegungen durchaus zu erwarten waren. Speziell durch den Großen Verfallstermin mit den stärksten Positionierungen in diesem Jahr waren einige “Brandbeschleuniger” (Absicherungsgeschäfte und folgend SL-Wellen) im Markt. Die durch die Hexen getriebene Bewegung gilt es somit in ein echten Fundament zu legen. Zweifel sind durchaus angebracht.

Blicken wir auf unsere Chartreihe, beginnend beim Big Picture im DAX Monatschart, wo die fertige Monatskerze Mai ein Warnsignal für die Trader hinterlässt. Es gab weder Gepushe, noch Window Dressing in den Monatsschluss hinein, sondern es folgte ein kompletter Abverkauf der Mai-Gewinne und der DAX schloss auf Monatssicht nahezu unverändert. Ein Doji, der besonderen Art. Langer Docht, kein Kerzenkörper und minimale Lunte – ein Grabstein Doji (Gravestone Doji), der zu großer Vorsicht mahnt. Häufig folgen anschließend deutliche neue Tiefpunkte, sehr selten neue Hochpunkte. Die Bullen müssen den DAX über die 13.200 treiben, um dieses sehr bärische Signale, welches passend in die saisonal schwache Zeit ausgelöst wurde, zu negieren. Andernfalls könnte sich der DAX aktuell bereits auf Monatshoch Juni bewegen und sehr bald einen zügigen Abverkauf einleiten. Der DAX bewegt sich an der 13.200 somit an einer bedeutenden Zone!

Erste wichtige Unterstützungen auf Monatssicht stellen das 23,6-er Retracement bei 12.440 und das mittlere Bollingerband bei 12.350 dar. Unterhalb nimmt die Korrektur volle Fahrt auf und eine Bewegung zur 12k (Gap) und nachfolgend zum 38,2-er Retracement bei 11.730 könnte bevorstehen.

Interessant sind auch die großen Ähnlichkeiten beim RSI zur Bewegung in 2015. Erste Abwärtsbewegung und folgende Konsolidierung wurden gut angezeigt. Im Juni müsste nun die Umkehr erfolgen, wenn dieses Muster Bestand haben sollte.

DAX Monatschart

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, wo der DAX nach mehreren Abprallern am GD100 (aktuell 12.050) die 2. Phase (Anstiegs- und Gipfelphase) bei der Ausbildung der etwas atypischen rechten Schulter für die SKS-Formation starten konnte. An der alten Verbindungslinie bei 13.200 folgte der dynamische Abpraller zum mittleren Bollingerband bei 12.550. Eine sehr wichtige Supportzone, welcher bei Unterschreitung den Gipfel der rechten Schulter komplettieren dürfte und damit der Türöffner Richtung 12.000 werden könnte. Oberhalb der 13.200 wird die Rally hingegen Richtung Allzeithoch (AZH) fortgesetzt.

Das mittlere Bollingerband verläuft in der kommenden Woche bei knapp unterhalb der 12.550 und stellt mit der 12.600 weiterhin einen wichtigen Support dar. Unterhalb trübt sich das Bild zur .440/.350 ein. Übergeordnet rückt dann ein Test des GD100 in den Fokus. Oberhalb der 13.200 hellt sich das Bild merklich auf und in 100-er Schritte könnte dann das AZH anvisiert werden.

Der Kampf Bullen & Bären bleibt zwischen 12.550/.600 und 13.200 offen. Ober- und Unterhalb folgen übergeordnet neue Signale.

Der GD100 verläuft bei 12.080 und der GD200 verläuft bei 11.220.

DAX Wochenchart

Blicken wir anschließend zum DAX Tageschart (Future & Xetra), wo die Zwischenmarken der übergeordneten Bewegungen besser zu erkennen sind. Der DAX erlebte vorm Verfallstermin eine Squeezebewegung über die 13.040, welche damit zügig das Tor zur 13.200 öffnete. Nach dem Verfall konnten “echte” Käufer jedoch nicht für eine bullische Fortsetzungskerze in den Wochenschluss sorgen und so setzte etwas Schwäche Richtung 13k ein. Ein erster Hinweis, dass diese bullische Bewegung nur künstlich erzeugt wurde und kein solides Fundament vorhanden ist?

Welche Marken sind nun wichtig?!

Oberhalb der 13.200/.220 hellt sich das Bild wieder bullisch auf und ein Lauf Richtung AZH wird wahrscheinlicher. Erste Marken wären die 13.330 und .420. Unterhalb droht jedoch wieder ein Fehlausbruchsignal für die Bullen, welches abermals für einen Rücklauf zum GD200 (Future: .818. Xetra: .770) sorgen könnte. Im bärischen Fall bleibt der DAX direkt unterhalb der 13.130 und bewegt sich langsam zurück zum mittleren Bollingerband bei knapp .870. Zwischenmarken wären die 13.035/.970/.930. Unterhalb wäre der bereits erwähnte GD200 (sma200) bei .818/.770 zu nennen. Darunter wäre gar die Supportzone um ,650 ein Ziel, welche dann sehr schnell Doppeltop-Ängste bei den Bullen hervorrufen dürfte.

Das wären die Marken, aber was ist meine Meinung?

Ich glaube, dass der DAX das Vorwochenhoch nicht mehr erreichen wird und unterhalb der 13.130 bereits zu Schwäche tendiert und einen Rücklauf zum m. Bollinger bei 12.870 anvisieren wird.

DAX Tageschart Future
DAX Tageschart Xetra

Der Marktüberblick im Video:

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Handelswoche.

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