Von Schwäche & Stärke

Es sind wieder Zeiten von großen Divergenzen. Die US-Börsen stiegen auf ein neues Rekordhoch nach dem Trump per Twitter „phänomenale“ Neuigkeiten zum Thema Steuererleichterungen angekündigt hatte. Im gleichen Atemzug fallen die Volatilitätsindizes und das Volumen weiter in den Keller. Ein Zeichen für die nahezu extreme Sorglosigkeit an den Finanzmärkten. Die bereits große Divergenz zum Deutschen Aktienmarkt wurde in der vergangenen Woche ebenso nochmals erweitert. Die Trump-Versprechen, die nie einen Superlativ innerhalb von 160 Zeichen auslassen, sind eben nicht für das Ausland bestimmt; zusätzlich flammen erneut Ängste einer Rückkehr der Eurokrise auf und unsichere Wahlen in Frankreich, Italien, Niederlanden und auch Deutschland erwarten uns in diesem Jahr.

In der kommenden Woche werden noch weitere Q4-Zahlen erwartet, ebenso das BIP Q4 Deutschland und auch der ZEW-Index (gibt es erste Eintrübungen wegen Trump?). Am Freitag findet zudem der Kleine Verfallstag statt. Anbei die aktuellen Positionierungen an der Terminbörse.

Demnach wäre bis Freitagmittag im neutralen Marktumfeld mit einem nahezu unveränderten Kurs zu rechnen.

Blicken wir auf unsere Chartreihen beginnend mit dem großen Bild im DAX Monatschart, wo eine Richtungsentscheidung weiter offen bleibt. Rangiert der DAX auf Monatssicht klar unterhalb des Vormonatshochs wäre ein Rücksetzer zur Ausbruchzone Richtung 10.9 in diesem Monat realistisch. Unterhalb des Vormonatstiefs (.425) droht eine erste stärkere Eintrübung im Bild, welche den Weg zur besagten Ausbruchzone weisen könnte. Ab 10.800 beginnt ein Existenzkampf für die aktuelle bullische Bewegung, welcher unterhalb der 10.540 (mittlere Bollinger) für die Bullen als Niederlage enden dürfte. Darunter droht eine Top-Bildung im großen Chartbild.

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, wo für die Bullen noch gar nichts angebrannt ist. Die Supportzone zwischen .425/.480 könnte getestet und verteidigt werden. Oberhalb dieser Marke bestehen weiterhin direkte Aufstiegschancen auf ein neues Jahreshoch jenseits der 12.000. Eine Auffälligkeit neben dem Chartbild bleibt jedoch die starke Divergenz zum US-Markt, welcher in den letzten Wochen nochmals deutlich besser performte. Ist hier ein Korrekturwille beim DAX erkennbar? Ebenso sollten die Notierungen zum Kleinen Verfallstag berücksichtigt werden, welcher für Freitagmittag eher keine neuen Jahreshochs andeuten. Interessant bleibt auch der Blick zum RSI & MACD, wo sich ein bärisches Signal andeutet(!), welches aber durch den Kursverlauf noch keine Bestätigung finden konnte. Eine erste wichtige Zone stellt der Bereich .640/.660 dar, von wo der Kurs über die .730 zum Jahreshoch aufbrechen könnte. Unterhalb rufen die .550/.500 und dann der erneute Test der Supportzone. Falls diese Zone bricht, droht eine direkte Abrutschgefahr zur 11.050. Der GD100 verläuft aktuell bei 10.650 und der GD200 bei 9.965.

Eine nächste Richtungsentscheidung bleibt auf diesem Niveau eine 50:50 Chance. Die Divergenz zum US-Markt und der Kleine Verfallstermin sprechen aber eher weniger für einen starken bullischen Angriff, sondern deuten eine eher langweilige Woche in enger Spanne an. Die Positionierungen an der Terminbörse sind auf der Unterseite zudem sehr hoch, welche im Normalfall keinen Rutsch unter die .400 zulassen würden. Nur ein starker bärischer Impuls könnte diese wohl aufsprengen und die Bewegung nach unten dann sogar stark Beschleunigen.

Es folgt noch der Blick zum Tageschart und 60-Minutenchart. Im Tageschart stellt das mittlere Bollignerband um 11.640 eine erste wichtige Richtungsentscheidung dar. Oberhalb der .730 wäre eine Attacke auf die .800 und folgend das Jahreshoch möglich. Darunter geht es über die .550 erneut zum Vorwochentief. Im Xetra-DAX Chart (2. Bild) ist die Tageskerze mit Gap recht interessant. Zuletzt wurden diese Ausbrüche direkt danach wieder abverkauft, obwohl RSI & MACD ein neues Kaufsignal (Fehlausbruch?) andeuten. Morgen könnte somit bereits ein wichtiger Grundstein für die weitere Bewegung gelegt werden. Unterhalb der .425 bildet die .370 einen letzten wichtigen Halt. Darunter droht ein direkter Rutsch zur 11.050. Zum Verfallstag am Freitagmittag im normalen Marktumfeld jedoch ebenso unwahrscheinlich.

Anbei noch ein paar Chartbilder zum US-Markt (S&P500, Nasdaq), welcher weiterhin in einer sehr ausgedehnten „Trump-rettet-alles-und-jeden“-Rally steckt. Beide Indizes haben nun eine Trendkanaloberkante von Januar 2016 erreicht. Ende der Dynamik? Noch ein dünnes entlanghangeln, oder doch eine Umkehr? Beim Dow setzt es erst unterhalb der 20.2 erste Eintrübungen. Oberhalb der 20.030 und 19.960 bleiben die Bullen klar in Oberhand. Auffällig bleibt jedoch der extrem niedrige Volatilitätsindex und das stetig abnehmende Volumen im Anstieg. Symptome, die Warnsignale aussprechen und nicht für eine gesunde Rally sprechen.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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