Hin und hergerissen…

Die neue Handelswoche dürfte wieder voll und ganz im Zeichen von Mario Draghi und der monatlichen EZB-Ratssitzung stehen. Dabei werden noch keine großen Entscheidungen erwartet; im besten Fall Andeutungen, welche es auch schon in der vergangenen Woche gab. Draghi möchte im August zum jährlichen Notenbankertreffen in Jackson Hole Neuigkeiten zum QE-Programm der EZB verkünden. Sehr wahrscheinlich dürfte der Weg für den Ausstieg skizziert werden.

Unser DAX blieb in der vergangenen Woche im Vergleich zu den US-Börsen der Underperformer. Der stärkere Euro „sei Dank“. Laut Wochenausblick sollte oberhalb der .400 (m. Bollinger Wochenchart) eine Bewegung zur .520 und anschließend zur .650 fortgesetzt werden. Am Ende schloss der DAX auf diesem hohen Niveau, was in der neuen Woche Fortsetzungspotential freisetzen dürfte. Die genauen Marken schauen wir uns erneut in unserer Chartreihe an, beginnend beim Big Picture im DAX Monatschart, wo der DAX nach 7 grünen Monatskerzen mal wieder eine rote Kerze ausbilden musste, welche zudem das Vormonatstief unterschritten hat. Die große Ausbruchszone um 12.390 wurde ebenso verletzt. RSI – im überkauften Bereich – und MACD deuten aktuell ein großes Verkaufsignal an, welches in den nächsten 2 Monaten aktiviert werden könnte. In diesem Fall dürfte dann eine kühle Zeit bis zur Jahresendrally anstehen. Eine solche Eintrübung gab es zuletzt im Frühjahr 2015 und es folgte eine große Sommerkorrektur.

Vor 2 Wochen wurde die bereits erwähnte Ausbruchzone um .390 getestet und eine bullische Gegenbewegung gestartet. Unterhalb der .390 droht ein unmittelbarer Rutsch auf die 12.000, wo sich das übergeordnete Bild aber weiter bärisch verschärfen dürfte. Das mittlere Bollinger verläuft bei knapp 11.000. Durchaus eine interessante und saubere Marke für eine gesunde Korrektur. Die Zone 10.500 sollte jedoch dringend verteidigt werden. Oberhalb der .390 war die .650 eine erste relevante Marke für eine Gegenbewegung. Darüber wäre auf Monatssicht noch die .840 denkbar, von wo eine übergeordnete Gipfelbildung eingeleitet werden könnte. Aber je höher der Kurs steigt, desto wahrscheinlich wird ein neues AZH an der 13.000.

DAX Monatschart

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, wo der Doji der Vorwoche und folgende Start oberhalb des m. Bollinger Aufstiegspotential freigesetzt hat. Bisher jedoch nur im Rahmen einer normalen Gegenbewegung nach Test einer Schlüsselunterstützung. Die ausgebildete Wochenkerze bildet nun das bereits erwähnte Potential für einen weiteren Hochpunkt. Aber auch als starke Fortsetzungskerze? Zuletzt neigte der DAX diese Chancen eben nicht aufzugreifen. Es folgten entweder kleine Kerzen innerhalb der vorangegangenen Kerze oder ein Doji mit kleinem neuen Hochpunkt.

Das m. Bollinger steigt in der kommenden Woche auf das Niveau um .450 und bieten eine soliden Support, welcher zuvor von der .550 geschützt wird. Von dieser Zone könnte sich der DAX bereits über das Vorwochenhoch bei .680 in die .700-er Zone vorschieben, wo mehrere kleine Widerstände (u.a. .710/.735/.780) zu finden sind, bei der die bullische Bewegung bereits eine Ende finden könnte. Darüber geht es Richtung .840 und die akute Gefahr auf der Unterseite wäre erstmal gebannt.

Der Start in die kommende Woche wird dabei wieder ein erster Richtungsweiser. Innerhalb der Vorwochenkerze könnte direkt erstmal Druck zur .550 aufkommen, bevor dann nochmal ein Spike knapp zur .730 einsetzt. Ein hoher Start könnte genau andersrum verlaufen. Die erste Range würde ich daher in diesem Rahmen sehen. Zur EZB-Ratssitzung könnte diese Spanne dann noch aufgesprengt werden.

Der GD100 verläuft bei 10.820 und der GD200 bei 10.430. Beide wurden in diesem Jahr noch nicht angelaufen.

DAX Wochenchart

Blicken wir noch zum Tageschart (Future & Xetra), wo die Zwischenmarken besser zu erkennen sind. Im Xetra-DAX (2. Chart) erkennen wir weiterhin das offene Macron-Gap. Der GD100 (dunkelgelb) – der letzte große Support vor Gap-Close – wurde nun mehrfach getestet und konnte auch zum Wochenschluss halten. Allerdings auffällig mühsam.

Im DAX-Future (1. Chart) erkennen wir zusätzlich das 61,8-er Retracement (von der April-Bewegung) als zusätzliche Unterstützung oberhalb der .300. Der Bruch dieser Marke dürfte wohl zügig das Macron-Gap bis 12.100 abarbeiten. Ohne Bruch der .300 bleibt der GD100 bei .430 eine weitere wichtige Marke. Darüber ist die .550/.570 zu nennen, welche in der kommenden Woche den ersten wichtigen Support darstellen dürfte. Eine erste Spanne wäre von dort zur .710 zu nennen. Unterhalb der .550 trüben sich weitere Aufstiegschance für die neue Woche ein und der GD100 würde stattdessen ins Blickfeld rücken. Oberhalb wäre im weiteren Verlauf eine Fortsetzung zur alten Trendlinie bei aktuell .780 einzuplanen.

 

DAX Tageschart

Xetra-DAX Tageschart

Ergänzend dazu auch noch der kleinere DAX 60-Minutenchart.

DAX 60-Minutenchart

Der Dow Jones konnte am Freitag mal wieder einen Short-Squeeze hinlegen. Man feierte die Aussagen von Yellen, über kleinere Zinsschritte und die schwächeren US-Daten, die diese Thesen untermaueren. Oberhalb der .600 bestehen nun weiter direkt neue Chancen auf ein weiteres AZH. Ich habe jedoch Zweifel, dass dieser Ausbruch so bestehen bleiben kann und erwarte eher einen neutralen Rücksetzer Richtung .480. Erst darunter könnte eine Eintrübung Richtung .400 und folgend .250 einsetzen.

Unsicherheitsfaktor wird die startende US-Berichtssaison für das Q2. Die Zahlen dürften gut bzw. gar über den Erwartungen ausfallen. Die Frage ist, ob der Ausblick genauso positiv ausfallen wird.

Dow Jones m60

Dow Jones Tageschart

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue und wichtige Handelswoche!

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